Beitrags-Archiv für die Kategory 'Buddhismus'

Das buddhistische Weltwunder Borobudur

Montag, 24. Januar 2011 0:08

Die sagenhafteTempelanlage Borobudur in Java gilt als der größte buddhistische Tempel südlich des Äquators – und als der älteste in Südostasien

Text und Fotos: Michael Mannheimer

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Borobudur 1999

Er muß sich gefühlt haben wie ein halbes Jahrhundert später der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann, als er auf die ersten Überreste des sagenhaften Troja stieß: beglückt und berauscht, ungläubig und voller Erstaunen zugleich.

So wie diese griechische Stadt galt die buddhistische Tempelanlage Borobudur auf Java, Indonesien, über Jahrhunderte als Mythos, nicht wirklich existent, besungen nur in den Mythen und mündlichen Überlieferungen der Völker.

Doch als im Jahre 1814 Sir Stamford Raffles (Bild links), der damalige britische Gouverneur auf Indonesien, selbst ein vielseitig wissenschaftlich interessierter Mann, von der legendenumrankten Tempelanlage erfuhr, machte er sich sogleich auf den Weg, das Geheimnis Borobudurs zu lüften. Unweit der Stadt Yogjakarta, Zentraljava, am Fuße des mächtigen Vulkans Merapi, entdeckte er schließlich die Stelle, an der er den Borobudur mit großer Wahrscheinlichkeit vermutete.

Mit über 200 javanischen Arbeitern grub er sich Schicht um Schicht durch mannhohes Gestrüpp und eine meterdicke Lavadecke, bis er, gleichsam einer buddhistischen Erleuchtung, auf die oberste Stupa der Tempelanlage stieß. Es war die Geburtsstunde einer archäologischen Sensation – der Borobudur – der Welt größtes buddhistisches Baudenkmal, erblickte nach einem Jahrhunderte währenden Schlaf das Licht der Welt. [...]

Thema: Archäologie, Aufklärung, Buddhismus, Ethnologie, Indonesien u.Islam | Kommentare (2) | Autor:

Der Münchner im Himmel

Dienstag, 11. Januar 2011 19:14

Das (un)gewöhnliche Leben eines Deutschen als buddhistischer Mönch in Thailand

Der deutsche Mönch Inggo vor dem Wat Asokaram

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Michael Mannheimer (Text und Fotos)

Wat Asokaram, Thailand,  Mai 1999

Der Mann darf wahrhaftig nicht viel. Beten ja, auch meditieren, und auch das  “Chanten“, eine Art Sprechgesang, gehören zum täglichen Programm. Darüber hinaus jedoch bleibt nicht mehr viel übrig, womit er seine langen Tage verbringen könnte. Zeitunglesen, Gartenarbeit, Kochen, Radio hören, Hobbies wie Malen, Musizieren oder Singen gar….strikt verboten, undenkbar, vom Kodex seines Dhammayut-Ordens, einem besonders strengen Zweig des thailändischen Theravada-Buddhismus, untersagt.  Alle diese Betätigungen gelten als “häßlich”, da sie vom eigentlichen und einzigen Ziel ablenken, für das ein Mönch sein Leben gewidmet hat: Konzentration auf die Lehre Buddhas mit der Aussicht, baldmöglichst aus dem Kreislauf des ewigen Wiedergeborenwedens auszuscheren und im Nirvana aufzugehen.

Doch all diese schwer vorstellbaren Beschränkungen hindern den Münchner Inggo, 55,  in keinster Weise daran, immer wieder zu lächeln. In seinem Gesicht spiegelt sich eine Fröhlichkeit und Unbeschwertheit, wie man bei Westlern selten findet. [...]

Thema: Aufklärung, Buddhismus, Thailand und Islam | Kommentare (5) | Autor:

Ein Tag im Leben eines buddhistischen Klosterschülers

Dienstag, 11. Januar 2011 0:57

Michael Mannheimer (Text und Fotos)

Der Novize Supak Theerabut bei der Meditation

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Wo Bildung einen hohen Stellenwert hat

Rayong, Dezember 1997

Jedesmal, wenn Supak Teerabut, 16,  die Stufen zur Bibliothek hinaufschreitet, weiß er, warum er sich hier vor Jahren als Novize an der Klosterschule Wat Khoasap, am Rande der Stadt Rayong, beworben hat. Hier, an der Wand zu seiner Linken, soll eines Tages auch sein Name stehen, aufgemalt in thailändischer Kunstschrift (Foto links). Diese Wand ist der ganze Stolz des Klosters, Zeuge und Inbegriff der Anstrengungen und des Erfolgs seiner pädagogischen und schulischen Bemühungen. Wessen Name hier steht, der hat es geschafft. Er ist im Besitz der staatlich anerkannten Hochschulreife und darf mit einem staatlichen Stipendium an einer der Universitäten des Landes studieren.

Was hierzulande mittlerweile fast zur Selbstverständlichkeit geworden ist, hat in Thailand nämlich immer noch den Stellenwert des Außergewöhnlichen. Eine Einschreibung an einer Universität kommt einem Lotteriegewinn gleich, einer Quasi-Garantie für einen der wenigen hochqualifizierten und relativ gutbezahlten Jobs im Land des Lächelns, in dem Hunderttausende an Kindern von ihren Eltern vorzeitig aus der Schule genommen werden, weil sie das Schulgeld nicht mehr entrichten können. Pro Halbjahr kostet das ganze 2000 Baht, ungefähr 100 DM. Aber für eine Familie mit vier oder fünf Kindern bei einem Monatseinkommen von 5000 Baht ist das schlichtweg unerschwinglich. Und die Universität kostet ebenfalls, wesentlich mehr als die Schule. So wird Studieren zu einem Luxus von wenigen Gutverdienenden, ein unerreichbarer Wunsch für die allermeisten begabten Kinder des Landes. [...]

Thema: Aufklärung, Buddhismus, Ethnologie, Thailand und Islam | Kommentare (2) | Autor:

ANGKOR WAT Ein buddhistisches Weltwunder

Donnerstag, 6. Januar 2011 0:04

Atlantis im Dschungel

Die alten Khmer bauten vor 1000 Jahren in Rekordzeit ein architektonisches Weltwunder inmitten des kambodschanischen Dschungels. Bis heute ist es der größte Sakralbau der Menschheitsgeschichte.

Text und Fotos: Michael Mannheimer

Seam Reap, Dezember 2002

Das Vorhaben des jungen Königs war kühn und von wahrhaft monumentalem Ausmaß: Tausende von Arbeitselefanten zogen Tag für Tag, Monat für Monat bis zu 25 Tonnen schwere Steinquader über lehmige Böden zu dem gigantischen Bauplatz, an dem ein Heer schwitzender und mit ihrer Erschöpfung in tropischer Sonne kämpfender Arbeitskräfte an einem Tempel arbeitete, dessen Bauvolumen größer war als das der Cheops-Pyramide in Ägypten. [...]

Thema: Buddhismus, KAMBODSCHA, Kommunismus | Kommentare (3) | Autor: